Die bewegte Geschichte von Kühlungsborn
Die Geschichte des Ostseebades Kühlungsborn ist lang und ereignisreich. Bereits um 1200 siedelten Bauern dicht am Meer zwischen Kühlung und Ostsee, damals in zwei getrennten Orten. Karg und hart war das Leben in den beiden Hagendörfern Arendsee und Brunshaupten. Erst zur Mitte des 19. Jahrhunderts wuchsen die Ortschaften nennenswert. Bauern und Fischer konnten günstig Land erwerben. Im gleichen Zuge siedelten sich auch Handwerker an. Die erste Übernachtungsmöglichkeit für Feriengäste schuf der Erbschmied Sengebusch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Erfolgsmodell fand schnell Nachahmer, der Tischlermeister Bünger erbaute kurz darauf das erste Hotel. Alsbald entwickelte sich ein echtes Ferienparadies.
Schon kurz vor der Jahrhundertwende waren Arendsee und Brunshaupten keine Geheimtipps mehr. Über 700 Gäste jährlich wussten die Lage zu schätzen. Der Tourismus boomte weiter, als 1904 die Verbindungsstraße zwischen den beiden Orten dafür genutzt werden durfte, weitere Häuser zu bauen. Diese Bauten verleihen der Ostseeallee mit der Bäderarchitektur bis heute ihr einmaliges Antlitz. Bald genießt hier nahezu jeder zweiter Feriengast an der mecklenburgischen Küste seinen Aufenthalt.
Die beiden Weltkriege und vor allem die nationalsozialistische Diktatur werfen Schatten auf die Seebäder. Der Tourismus kommt fast zum erliegen, oder wurde zu reinen Propagandaveranstaltungen für Flottenangehörige oder Urlauber aus nationalsozialistischen Urlaubsprogrammen. 1938 erhalten die nun zusammengelegten Gemeinden Brunshaupten und Arendsee das Stadtrecht. Der neue Name „Kühlungsborn“ ist inspiriert durch die sanfte Hügellandschaft auf der Landseite der Stadt.
Durch den staatlich organisierten Massentourismus während der DDR-Zeit kamen bis zu 160.000 Gäste in das Seebad. In dem größten Seebad der DDR ging der besondere Charme leider verloren. Ein paar Gebäude wurden dem Staat zugeschlagen, der Rest der glanzvollen Bauten verfiel zusehends.
Mit der Wiedervereinigung kam auch für Kühlungsborn die Wende. Die Bäderarchitektur wurde restauriert und der besondere Reiz von einst kehrt zurückt. Als 1991 die erste Seebrücke Mecklenburg Vorpommerns in Kühlungsborn eingeweiht wurde, war dies der Beginn einer besseren Zeit für den Tourismus.